BURNING DOWN ALASKA European Tour 2016

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BURNING DOWN ALASKA Tour

Am 13. März besuchte ich die Jungs von BURNING DOWN ALASKA bei ihrem Gig im Münchner Feierwerk im Rahmen ihrer ersten Headliner-Tour. Ich kenne die Band erst seit einigen Monaten, da ich zufällig das Ende ihres Sets bei der Never Say Die-Tour miterlebt habe und die Jungs mich mit ihrer Soundwand damals absolut überrumpelten, wenn auch nur für zwei kurze Songs, den Rest verpasste ich. Jedoch hatte ich Blut geleckt und somit lies ich es mir nicht entgehen mir ihre Show am besagten Sonntag anzusehen.

Ich schlage schon einige Stunden vor Beginn am Veranstaltungsort auf, da ich mit zwei Bandmitgliedern zu einem Interview-Termin verabredet bin. Als ich eintreffe, befindet sich die Band gerade im Soundcheck, welchen ich mir mit großem Interesse ansehe. Danach geht es mit Dario und Julian in den Backstage-Bereich zum Sechs-Augen-Gespräch. Anschließend treffen die ersten musikhungrigen Kids im Feierwerk ein. Doch bevor Burning Down Alaska endlich losrocken dürfen, müssen sie sich noch ein Weilchen gedulden.

Eröffnet wird die Show von einer britischen Newcomer-Band namens CASEY. Die ersten hörbaren Töne der Gruppe wirken sehr ruhig und melancholisch, was, wie sich im Laufe des Sets zeigt, fester Bestandteil des Sounds der UK-ler ist. Dass bei den Briten jedoch auch ordentlich die Post abgehen kann, zeigen sie während der nächsten 30 Minuten. CASEY machen emotionalen, energiegeladenen Post-Hardcore mit vielen ruhigen,  häufig instrumental gehaltenen Elementen. Die eigentliche Geheimwaffe der Band ist jedoch der Frontmann, welcher stimmlich zwischen apathischem Schwelgen und herzinfarktartigen Ausrastern hin- und her schwankt. Was für ein Organ! Das Publikum ist sichtlich angetan von der Show des Quintetts, auch wenn die Moshpits noch ausbleiben.

Die kleine aber feine Kranhalle ist mittlerweile gut gefüllt und freut sich auf den zweiten Act des Abends: ACRES aus dem englischen South Coast haben wohl vor dem Konzert ihre Bremsen demontiert, denn die Jungs kennen nur ein Gas: Vollgas! Auch das Material der zweiten Band ist sehr melodieorientiert, was jedoch geschickt in den sehr druckvollen Gesamtsound integriert wird und somit relativ hart rüber kommt. Auf der Bühne prügeln die Jungs auf ihre Instrumente ein. Vor der Bühne wird gemosht. Starker Auftritt! Zwar nicht ganz so mitreißend wie CASEYs Set dafür aber mit umso mehr Dampf. ACRES größter Fan an diesem Abend ist ein älterer Herr (geschätzt jenseits der 60), der ganz vorne abfeiert. Sehr amüsant!

Danach ist es soweit. Alles wartet auf BURNING DOWN ALASKA. Nach einem atmosphärischen Intro geht es los mit ‘‘Monuments”. Sänger Tobi springt euphorisch über die Bühne. So euphorisch, dass er sich nach seinen ersten Shouts in einem (offenbar von der Vorband liegen gelassenen) Beckenstativ verheddert. Ich muss lachen und auch der Frontmann nimmt es mit Humor. BURNING DOWN ALASKA ist einfach eine junge und sympathische Band, das fällt neben ihrem musikalischen Talent an diesem Abend ganz besonders auf. Die Spielfreude der Recklinghauser ist bemerkenswert! Die Jungs haben einfach Bock auf diesen Shit!

Als die aktuelle Single ‘‘Blossom” angespielt wird, kommt Kazim Atalanta – der Featuring-Gast aus dem zugehörigen Musikvideo – auf die Bühne und überzeugt die Masse mit seiner hervorragenden Stimme. Offenbar ist er jetzt fester Bestandteil bei BURNING DOWN ALASKA, denn er verbleibt die restliche Show auf der Bühne und schmettert den ein oder anderen Harmoniebogen. Ob ‘‘Clockworks”, ‘‘Phantoms” oder ‘‘Savior” – die Band packt ihr gesamtes Repertoire aus. Das Fazit: Erste Sahne! Neben dem sehr gut abgemischten Sound fällt vor allem die Bühnenpräsenz der New-Wave-HC-Veteranen sehr positv auf. Musikalisch und performancetechnisch spielt die Band in der ersten Liga. Was für ein gigantisch guter Auftritt! Diesen talentierten Musikern gehört definitiv die Zukunft. Mit einer solchen Show hätten BURNING DOWN ALASKA auf jeder Bühne dieser Welt überzeugt!