BREATHE ATLANTIS – Shorelines

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BREATHE ATLANTIS nennen sich die Väter des Albums “Shorelines” – alles mit Meeresmetaphern versehen also. Es lässt sich nicht verleugnen, dass gleich der erste Titel “I Am The Tide” auch in diese Richtung abzielt. Das Quintett kommt allerdings ursprünglich nicht aus Küstennahe, sondern aus dem Ruhrpott: Essen. Die Jungs fühlen sich nur mit der See verbunden. Die Texte handeln von sozialkritischen Themen und folgen laut eigener Aussage dem humboldtschen Bildungsgedanken. Es geht also um die Einheit von Forschung und Lehre. Für dieses hohe Ziel haben sich BREATHE ATLANTIS allerdings ein unkreatives Genre, nämlich den Post-Hardcore ausgewählt – aber sie machen wirklich das Beste aus den gegebenen Vorraussetzungen.

Die Shouts wurden nicht selten mit tiefen Growls gedoppelt und donnern deshalb umso stärker aus den Boxen – BREATHE ATLANTIS setzen an allen Ecken und Enden auf Wucht. Auch die gelegentlichen Breakdowns wurden zum Beispiel in “Werewolves In V-Necks” mit Bassdrops ausgestattet, welche durch ihr angenehmes Dröhnen auffallen. Die Essener Bürger überlassen lieber nichts dem Zufall und unterstützen ihre Musik mit Zusatzeffekten: Helle Synthesizer-Effekte, wie in “Pale Skin // White Dress”, untermalen die eher positve Grundstimmung der Musik. Diese steht jedoch im krassen Kontrast zu negativ konnotierten Songzeilen wie “I’ve never felt so worthless”.

Doch auf “Shorelines” geht es nicht nur mit Breaks und Shouts zu, BREATHE ATLANTIS setzen auch immer wieder gekonnt tempoärmere Passagen ein, die für eine passende Abwechslung sorgen. Der Hauptfokus liegt allerdings auf Metalcore – und immensen Gebrauch von Klargesang im Chorus. “Shorelines” ist insgesamt ein wunderbar rundes Werk, welches BREATHE ATLANTIS weit voranbringen wird. Auch wenn die Produktion der Musik durch seinen kalten Klang nicht schmeichelt, übertünchen die Hooks und Breaks diese plastisch-anmutende Schwäche mit Leichtigkeit. BREATHE ATLANTIS liefern eingängigen und angenehm harten modernen Metalcore, der von Zeit zu Zeit, wie bei “Loveable”, sogar tanzbar ist.

8 von 10 Punkte auf der “this-is-a-war-between-the-faith-and-all-these-facts”-Skala