BOYSETSFIRE – Boysetsfire

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Wenig Bands können auf eine dermaßen lange, steinige und doch erfolgreiche Karriere zurückblicken, wie die – mittlerweile gar nicht mehr so jungen – Jungs von BOYSETSFIRE. Vagabundendasein, selbstfinanziertes Touren, Auflösung, Reunion, 20th Anniversary, das eigene Familiy First-Festival und nun das sechste Studioalbum. Ob eine der Koryphäen des Post-Hardcores nach einundzwanzig Jahren Bandgeschichte noch in der Lage ist, ordentlich einzuheizen, zeigt sich in den folgenden Zeilen.

“Boysetsfire” – es handelt sich um eine Selftitledplatte – zeigt direkt von Anfang an, dass noch immer kein Wert auf Radiotauglichkeit gelegt wird. “Savage Blood” haut dem Hörer direkt Dissonanz, treibendes Schlagzeug und Nathan Grays unverwechselbare Stimme um die Ohren. Vor allem der Refrain sticht BOYSETSFIRE-typisch hervor und bleibt einfach im Kopf. Diese äußerst gute Mischung aus harten, oftmals dissonanten Riffs, Shouts und sehr melodischen Passagen in Verbindung mit Nathans Interpretation von Cleanvocals, zieht sich konsequent durch die LP und ist ein äußerst effektives Erfolgsrezept.

Auch mit dem Mix können die Delawarer überzeugen. Alle Instrumente greifen ineinander und unterstützen sich gegenseitig ohne negativ aufzufallen. Vor allem Nathan Grayss Stimme überzeugt durchgängig, egal ob durch ikonische Cleans oder Shouts, und sorgt für den ein oder anderen Ohrwurm, soviel sei garantiert. Besonders erwähnenswert sind hierbei “Savage Blood”, “Cutting Room Floor”, “Fall From Grace” und “Breath In, Bleed Out”.

Für eine Band, die mittlerweile so alt wie ich ist, wissen BOYSETSFIRE einfach zu überzeugen und sich nicht zu einer Radioband machen zu lassen–was übrigens einer der Gründe für den Austritt bei Wind-Up Records im Jahr 2004 war. Nichtsdestotrotz könnten Songs wie “One Match” aufgrund ihrer Simplizität problemlos im Radio laufen, was der modernen Populärmusik sicherlich mehr als gut tun würde. Jedoch muss auch der Vergleich mit jüngeren Genrevertretern gezogen werden und hier zeigt sich das es BOYSETSFIRE leider an Innovation fehlt um eine höhere Bewertung zu erzielen, was den Fans der alten Schule sicherlich herzlich egal sein dürfte.

7 von 10 auf der “this-is-not-love-this-is-a-war”-Skala