BEARTOOTH – Disgusting

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beartooth disgusting

Bands haben immer einen Frontmann, der meistens bei Interviews tonangebend ist, und mindestesn einen Songwriter. Andere Mitglieder kümmern sich um Designs, Produktion oder andere Aufgaben. Bei BEARTOOTH ist dies nicht der Fall, denn hier zeigt sich Sänger und Instrumentalist Caleb Shomo für alles verantwortlich.

BEARTOOTHs Stimmung wird maßgeblich von Caleb Shomo panischen Screams sowie Short, die nicht selten von Spoken Words abgelöst werden, beeinflusst. Auch die cleanen Refrains, wie zum Beispiel in “I Have A Problem”, würde Frontmann Shomo lieber harsh vortragen und lässt seine Stimme zwischen klar und rau hin und her rutschen. Dies kann entweder ein musikalischen Stilmittel oder aber eine schlechte Stimmkontrolle sein – Auslegungssache.

Auslegungssache ist auch die bescheidene Produktion von “Disgusting”, welches über Red Bull Records erschien. Dabei sollte Shomo schon mehr Erfahrung gesammelt haben, denn er fungierte über Jahre als Keyboarder und Später als Sänger sowie Producer von ATTACK ATTACK!. Psychische Schwierigkeiten sowie Suchtprobleme beendeten diese Zusammenarbeit, der jetzige Gemütszustand von Shomo kanalisierte er in BEARTOOTHs “Disgusting”.

Auch wenn die lyrische Ehrlichkeit und Offenheit sehr gut wahrnehmbar ist, fällt die musikalische Umsetzung mittelmäßig aus, da BEARTOOTH, oder besser gesagt Caleb Shomo, undurchsichtige Klangteppiche in den Strophen erzeugt, die zwar wütend und somit mitreißend klingen, jedoch auf Dauer des gesamten Longplayers eher umständlich konstruiert erscheinen. Im Kontrast dazu stehen die im Melodic Hardcore angesiedelten Refrains, welche mit Klargesang das Bild und auch den Eindruck des Hörers aufhellen.

6 von 10 Punkte auf der “listen-to-the-sound-of-your-children-revolting”-Skala