BANANE METALIK – The Gorefather – A Gore ‘n’ Roll Soundtrack

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banane metalik

Psychobilly ist echt Banane? Geht solche Musik eigentlich auf Französisch? Und: War das gerade ein ¾-Takt? Was wie der Versuch, eine Gaillarde (ein französischer Tanz aus dem 15. Jahrhundert) mit neuartigen musikalischen Elementen zu kombinieren klingt, entpuppt sich als die neueste Création der Band BANANE METALIK aus Rennes. “The Gorefather – A Gore ‘n’ Roll Soundtrack” vereint dabei ungewöhnliche Elementen, was dem Gesamteindruck aber keineswegs schadet.

Das rein akustische “The Gorefather” leitet das Album mit einem episch-hymnischen Gitarrenriff und einem flotten up-beat-Rhythmus des Schlagzeugs ein und lässt den Hörer dabei ein erstes Mal aufhorchen. Klingt interessant. Daran anbindend: “Funeral March”. Amtssprache ist immer noch französisch. Eine eingängige Hook in der Gitarre wechselt sich gefällig mit dem Gesang ab, welcher fordernd nach vorne treibt. Sehr schön. Bei GRAVE DIGGERs “Rebellion” klingt es leider dennoch imposanter. Aber der Vergleich hinkt, sprechen wir hier doch von zwei stark unterschiedlichen Ausprägungen dieser Musik. “Poupe¦üe de sang” bildet anschließend an sich kein Glanzstück der Kompositionskunst, besticht aber durch eine ein- und ausgangs auftretende Lache der fiesen Puppe.

Dann folgen zwei Grußworte aufeinander. “Ave verse I” und “Ave banana” unterscheiden sich jedoch nicht nur in der Länge, sondern auch von ihrer Grundstimmung. “Ave verse I” kommt sehr getragen mit einem Chor daher, “Ave banana” wirkt dagegen sehr hektisch und aufgeregt. Diese Band beherrscht die Unterschiede. Punk, Melodie, Gesang, der beinah an Rap erinnert und Chor. Daneben die für diese Musik eher ungewöhnliche Sprache.

Mit “Gore ‘n’ Roll Clans” beschließen die Bananen ein Album, das außergewöhnlich ist und in verschiedenen Punkten heraussticht. Dennoch schlägt die Spannungskurve oft nicht über die Maßen aus. Klar, es ist Musik, zu der man mitbrüllen und tanzen kann, sie läuft aber Gefahr, schnell zu überreizen und auf den Geduldsfaden zu drücken. Teilweise wirken die Lieder zudem zu unausdifferenziert, es wechseln sich viele kurze Parts ab. Dies erweckt schnell den Eindruck, dass die Band unkonzentriert ist und sich nicht auf Solos, Gesangsparts oder ähnliches richtig einlassen kann. Schade eigentlich, stecken in diesem Album doch viele gute Ideen.

6 von 10 Punkte auf der “Alors-une-horde-de-démons-s’echappa-de-l’enfer”-Skala