ARISE FROM THE FALLEN – Luminous

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Melodischer Metalcore mit Post-Hardcore-Zutaten

ARISE FROM THE FALLEN sind fester Bestandteil der aufstrebenden Metal- und Hardcore-Szene Bayerns. Über einen Kumpel wurde ich auf die Jungs aufmerksam und war sehr gespannt was mich nach dem Einlegen des neuen, groß angekündigten Silberlings “Luminous” erwarten würde.

Die neun Tracks wirken wie aus einem Guss und in sich stimmig. Eine klare aber doch druckvolle Produktion lässt die Songs laut und professionell klingen. Es fällt mir ehrlich gesagt schwer, die Band eindeutig in eine Schublade zu kategorisieren. Grundlegend zelebriert die Gruppe auf “Luminous” melodischen Metalcore, schreckt aber auch nicht vor Post-Hardcore Zitaten zurück – ADEPT, WE ARE THE OCEAN und sogar FUNERAL FOR A FRIEND lassen grüßen. Dass die Band keine Angst vor umfangreichen Parts mit Clean-Gesang hat, ist positiv hervorzuheben und unterscheidet sie von vielen anderen lokalen Hartwurst-Kapellen. Mit dem letzten Track “We Are Stardust” ist sogar eine echte Akustik-Ballade auf dem Album vertreten. Mutig aber gelungen! Zugegeben: Die stellenweise hohen Gesangslinien von Gitarrist und Cleanvocalist Domi polarisieren und entsprechen nicht jedermanns Geschmack. Gleichzeitig stellen sie aber das entscheidende Trademark von ARISE FROM THE FALLEN dar.

Ihr volles Potential entfalten die Jungs besonders dann, wenn richtig die Post abgeht. Gerade bei sehr schnellen Beats wie in “Dead Sure” kommt das breitbandige Gebrüll von Shouter Alex gut zur Geltung. Dies findet seinen Höhepunkt in “Viscious”, dem härtesten, aber für mich auch besten Song der Scheibe. Stellenweise klingt das, als würden BULLET FOR MY VALENTINE THY ART IST MURDER zum Tanz bitten – was faszinierenderweise ziemlich nice rüberkommt. Der Titeltrack “Luminous” ist vor Allem instrumental und arrangementtechnisch sehr wertvoll.

Das was ARISE FROM THE FALLEN  auf “Luminous” abliefern, kann sich sehen beziehungsweise hören lassen. Musikalisch bedient sich derFünfer an sämtlichen Bands des Genres mit Rang und Namen, jedoch nicht, ohne der ganzen Geschichte seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Am Ende steht ein Album mit geilen Shouts und metallischen Riffs, welche jedoch regelmäßig in wärmere und rockigere Klänge übergehen. Kritikpunkte gibt es nicht viele. Clean-Sänger Domi hat ein gewaltiges Organ. Speziell seine tieferen Klänge gefallen mir sehr gut, werden aber noch etwas zu wenig berücksichtigt. Wie oben schon erwähnt, besitzen die Jungs großes Potential, entfalten es aber noch nicht zu 100 Prozent. Bei schnellen Passagen klingen ARISE FROM THE FALLEN geradezu brachial, weshalb ich davon gerne mehr gehört hätte. Ansonsten eine super Platte von einer Band, welche mit Sicherheit ihren Weg gehen wird, wenn sie so weiter macht.

8 von 10 Punkten auf der “Don’t-Loose-Yourself-And-Take-A-Deep-Breath”-Skala