ANOTHER TIMELAPSE – Face Your Fears

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ElectronicallydrivenPost-HardcorePunkMetalParty

So beschreiben sich die Jungs von ANOTHER TIMELAPSE aus Mainz selbst auf ihrer Facebook-Seite. Schon mit ihrem ersten Album “The Days Of Future’s Past” legten die vier Musiker den Grundstein ihres experimentellen Stils. Neue Motivation geschöpft, will man den Kritikern mit dem neuen Release “Face Your Fears” beweisen, dass man seinen Stil gefunden und weiterentwickelt hat. Und diese Rechnung geht auf!

Verzerrte Gitarren bleiben weiterhin der Grundstein ihrer Musik. Straightes Riffing, ein ordentliches Bassfundament und genretypische Drums ebnen den Weg für Sänger Alex. Doch noch ein weiterer Protagonist zeigt über weite Strecken der zwölf Songs des neuen Albums altbekannt sein Gesicht. Der Synthesizer. Sänger Alex, selbst ernannter “Synthnerd”, bastelt die elektronischen Töne, passend zum oben beschrieben Stil. Es fällt direkt positiv auf, dass dieses Stilmittel nicht mehr so sehr im Vordergrund steht, wie noch beim Vorgänger. Die Töne sind jetzt mit mehr bedacht eingesetzt und ergänzen die Musik des Quartetts in den meisten Fällen sinnvoll. Leider erinnern viele Elektroparts noch immer zu sehr an alte 8-Bit-Tonleitern – das sticht heraus.

Sänger Alex liefert durchweg einen guten Job. Von tiefen Growls bis zur Kopfstimme packt er nahezu das gesamte gesangliche Repertoire aus. Seine Stimme ist jedoch die meiste Zeit im Cleangesang unterwegs, was ihm deutlich am besten liegt. Großes Manko ist die Qualität der Aufnahme im Gegensatz zu den, für DIY-Verhältnisse, gut produzierten Instrumenten. Sei es Alex selbst oder einer der beiden Gastsänger, die im Laufe der 46-Minütigen Platte auftauchen; man hat zu oft das Gefühl als stünde die Stimme weit vom Hörer weg in einer großen Halle. Der zu grobe Einsatz von falschen Halleffekten dürfte ursächlich hierfür sein. Hier gibt es leider Punktabzug.

Nichtsdestotrotz ist die Gesamtqualität der Produktion ein riesen Fortschritt zum Vorgänger. Auch wenn die Bassdrum viel zu boxy klingt und der Dynamikumfang der Songs – DIY-typisch – etwas leidet.

Songs wie “Django Encaged” oder “The Rescue” gehen trotz allem sofort ins Ohr und entlocken mir beim Hören ein starkes Kopfnicken. Insgesamt macht die zweite Hälfte der Platte einen runderen Eindruck. Die besten Songs der Platte werden nicht direkt zu Beginn verspielt. So wird der Spannungsbogen innerhalb des Albums durchweg hochgehalten. Für die musikalische Gefühlsreise durch Einflüsse von LINKIN PARK, RISE AGAINST und ENTER SHIKARI gibt es…

…8 von 10 Punkten auf der “have-you-felt-like-falling-from-the-sky”-Skala