ANNISOKAY – Enigmatic Smile

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Annisokay_-_Enigmatic_Smile

ANNISOKAY sind auf dem Vormarsch sich in der deutschen Metal-Welt zu etablieren. Sie gehören zu jener jungen Generation, welche sich mit professionellen Produktionen und einer klaren Linie dem modernen Core bedienen – und damit bis dato ausgesprochen erfolgreich fahren. Andere Vertreter dieser Riege sind unter anderem ME IN A MILLION oder auch ESKIMO CALLBOY.

Das Album “Enigmatic Smile” greift die Sellingpoints der genannten Vergleiche auf. Die Lieder bestehen aus genau drei verschiedenen Bausteinen: Die Tracks geben in erster Linie Vollgas und bieten die Möglichkeit sich in der Strophe so richtig auszutoben. Die Chorusse hingegen leisten die Funktion des Gegenpols: Clean-Vocals sollen für Gefühl und Pathos sorgen. An dritter, aber nicht weniger wichtiger Stelle stehen Breakdowns, welche mit den tiefgestimmten Klampfen ausladend gestaltet sind.

ANNISOKAY bauen ihre Lieder auf ein durchproduziertes Klangbild, welches in zwei Etappen aufgenommen wurde. Im Januar 2014 arbeitete die Band mit Producer Joey Sturgis (EMMURE, WE CAME AS ROMANS) und im Herbst 2014 mit William Putney (SUICIDE SILENCE, NORTHLANE) an den Tracks. Wie es der Zeitgeist vorgibt, sind die Lieder durchproduziert und soundtechnisch ausgereift. Die Produzenten und die Musiker arbeiteten anscheinend wie Maschinen und wiesen jeder Note ihren angedachten Platz zu. Dieser sterile Klang scheint aber in Anbetracht der Herkunft der Band, dem Hardcore, fremd, da dieser immerhin für organische Sounds bekannt ist. Während andere Bands 2015 auf klassische Produktionsverfahren setzen – CALLEJON haben “Wir sind Angst” komplett analog aufgenommen – folgen ANNISOKAY dem modernen Trend zum computergesteuerten Klangbild.

Auch wenn ich ANNISOKAY für ihr zu perfektes und zu rundes Auftreten gerne mit einer schlechten Note abstrafen möchte, gewinnt mich die Band überraschenderweise trotzdem immer wieder. “Enigmatic Smile” untermauert den Status, welchen sich das Quintett seit 2011 erspielt hat.

8 von 10 Punkte auf der “let-me-dream”-Skala