ANNISOKAY – Annie Are You Okay

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Die Frage “Annie are you okay?” haben sich ANNISOKAY schon vor langer Zeit selbst beantwortet. Ihr Bandname ist nämlich genau an die Songtextzeile aus MICHAEL JACKSONs “Smooth Criminal” angelehnt und sollte der Song-Protagonistin Annie ein Happy Ending verschaffen.

Annie ist also okay

Nachdem wir das schon mal sichergestellt haben, können wir uns auf die EP konzentrieren. Diese umfasst vier Cover-Versionen von bekannten MICHAEL JACKSON-Songs. Dazu gehört “Smooth Criminal” nicht. Ist Annie doch nicht mehr okay? Ich bin verwirrt…

Die EP startet mit, wie könnte es auch anders sein, “Beat It”. ANNISOKAY sind damit nicht die erste Band, die sich an diesem Song versuchen. FALL OUT BOY gehören unter anderem zu den Bands, die diesen Song sehr erfolgreich in ihr Genre transportiert haben. ANNISOKAY zeigen mit diesem Cover, dass “Beat It” auch als Metalcore-Version funktioniert. Der Sound stimmt und die gesangliche Leistung ist, wie mittlerweile nicht mehr anders zu erwarten, solide. Dave Grundwald versteht sein Handwerk als Screamer und liefert meiner Meinung nach immer wieder ab. Christoph Wieczorek hat mich stimmlich sogar überrascht; wer hätte gedacht, dass ihm MICHAEL JACKSON so gut steht.

“Scream” hört sich als Metalcore-Nummer komisch an. Das mag aber Geschmackssache sein. Genau wie die Zusammenarbeit mit Kiarely Castillo. Stimmlich hört sich das Ganze bei ihr sehr gewollt und daher nicht gerade rund an.

 Mit “They Don’t Care About Us” und ohne weibliche Zwischenrufe konnten mich ANNISOKAY dann schon eher begeistern. Die leicht aggressivere Variante des Songs passt meiner Meinung nach auch besser zum Text als die eigentliche Pop-Version. Irgendwie ganz geil. “Thriller” kommt als letzte Nummer nochmal mit viel Power daher. Gitarren und Bass kommen auf ihre Kosten. Am Ende des Songs verausgabt sich auch Dave nochmal und lässt einen mit einem grundsätzlich positivem Eindruck zurück.

Obwohl ich große Stücke auf ANNISOKAY halte, bin ich nur semi begeistert. Das liegt an der Wahl der Songs und meiner nicht existierenden Liebe zu MICHAEL JACKSON. Damit gehöre ich wahrscheinlich zu den wenigen Menschen auf dieser Erde, die sich die Songs sattgehört haben beziehungsweise sich einfach nicht dafür begeistern können. Von den aktuell diskutierten Kinderporno-Skandalen in der Presse mal ganz abgesehen.

Mit dieser EP haben ANNISOKAY ihrem Bandnamen aber alle Ehre gemacht. Wenn ich gerne MICHAEL JACKSON-Hits hören würde, wäre diese EP ein Jackpot. Vom Sound her lassen die Jungs nämlich rein objektiv gesehen wenig Wünsche offen. Dennoch empfinde ich ihre eigenen Nummern als deutlich hochwertiger und interessanter.

Diese Cover-EP wäre also für mich nicht unbedingt nötig gewesen. Ich kann aber respektieren, dass ANNISOKAY wahrscheinlich nicht nur wegen des Bandnamens eine Bindung zur Poplegende haben. Diese EP sei ihnen also trotz meiner persönlichen Präferenzen sehr gegönnt.  Wenn ich mir was wünsche könnte, wäre das ein MADONNA- Cover. Wäre das für Annie auch okay?

8 von 10 Punkten auf der “no-one-wants-to-be-defeated”-Skala