AMON AMARTH – Jomsviking

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AMON AMARTH haben sich gegründet, als ich zwei Jahre alt war. “Once Sent From The Golden Hall” erschien, als ich acht Jahre alt war. Also vor meiner Metal-Zeit. Irgendwann, bei den Veröffentlichungen “Fate Of Norns” und “With Oden On Our Side” bin ich eingestiegen. “Jomsviking”, das zehnte Album der Schweden, ist nicht nur deswegen eine Pflicht für mich.

Nach den starken CDs “Surtur Rising” und “Deceiver Of The Gods” kommt “Jomsviking”. Ein Album der Superlative. In jeglicher Hinsicht: Die Jomswikinger waren Elitesoldaten. Und genau davon handelt die Narrative: Typ verliebt sich. Versucht seine Liebe zu erkämpfen. Krieg. Geschrei. Blut. Ein Konzept-Album einer, meiner Meinung nach, Konzept-Band. Warum “Jomsviking” wegen seines lyrischen Ichs in PR-Texten abgefeiert wird, könnte nicht unsinniger sein. Trotzdem: Die Texte sind von Johan Hegg genial auf die Musik geschneidert.

“Jomsviking” wird von den typischen Trademarks angeführt: Melodien. Growls. Und Double-Bass-Attacken. Es sind Melodien, die den Schmerz der Kampfszenen unterstreichen. Growls, welche die Wut des Jomswikingers intonisieren. Ist es künstlerische Freiheit oder altersvedingte Kurzatmigkeit? Johan Hegg zieht seine Growls auch nicht in den epischen Refrains in die Länge. Und eine Double-Bass, die den Hörer vom Kampf zum Sieg (lies Valhalla) führen.

AMON AMARTH veröffentlichen ein phantastisches Album, welches lyrisch wie musikalisch den Spannungsbogen bis zum letzten Ton aufrecht hält – und steigert. Mit dem Doro Pesch-Feature “A Dream That Cannot Be” und dem melancholischen “Back On Northern Shores” haben die Schweden zwei ausdrucksstarke Schlusstracks komponiert. Es ist sicherlich nicht falsch zu sagen, dass AMON AMARTH ihren Zenit erreicht haben. Es ist aber auch nicht falsch zu behaupten, dass ihre Kreativität weiter wächst.

9 von 10 Punkte auf der “this-is-how-we-battle”-Skala