ALL THAT REMAINS – A War You Cannot Win

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Seit 1998 spalten ALL THAT REMAINS die Metalszene: in jene, die die Mischung aus Shouts und Cleanvocals, harten Riffs und Melodie, Kraft und Emotionen anerkennen, und in jene, die diese Spielweise wohl nie verstehen werden. Sei es drum: ALL THAT REMAINS waren und sind erfolgreich. Trotz kleiner Veränderungen ist das Quintett sich stets treu geblieben – wie ist es um den 2012er Release “A War You Cannot Win” bestellt?

Prinzipiell muss gesagt werden, dass die Band wieder ein gutes Album herausgebracht hat. Mit Langzeitfreund und Produzent Adam D von KILLSWITCH ENGAGE, haben sie die Songs aufgenommen, an denen sie schon seit Anfang 2011 arbeiten. Was besonders an der CD zu gefallen weiß, ist die Auslotung verschiedener Grenzen. Es gibt ruhige, emotionale Liebeslieder, wie “Asking Too Much” und “What If I Was Nothing”, die es problemlos ins Radio schaffen würden. Für die Pop-Einflüsse sorgen übrigens Sänger Labonte und Gitarrist Mike schon im Songwriting. Sie addieren die Gesangsparts nachdem Oli und Mike die Instrumente fertig komponiert haben.

Gleichzeitig zimmern ALL THAT REMAINS jedoch mit “Song For Liberty” los, wie seit “Become The Catalyst” (von “The Fall Of Ideals”) nicht mehr. Schön zu sehen, dass die Band den Weg langsam zurückfindet und nicht wieder in das unbeliebte Muster von “Overcome (2008) verfällt. Die Ausgewogenheit zwischen Metal und Pop wirkt auf diesem Output besonders ausgefeilt und ist in sich stimmiger als auf dem Vorgänger “… For We Are Many”. Die einzige auffällige Veränderung bezieht sich auf Philip Labontes Gesang. Dieser scheint sich weiterentwickelt zu haben und verleiht seiner klaren Stimme auf dem neuen Album eine angenehme Stimmfarbe. Er singt kräftiger, ausdrucksvoller und zugleich ruhiger und besonnener. Dies dürfte vor allem diejenige ansprechen, die noch nie ein Fan von seinem emotionalem Gesang gewesen waren. Eine bemerkenswerte Leistung des Sängers!

Ansonsten bleiben ALL THAT REMAINS sich auch 2012 treu und verfolgen ihre eigenen Werte. Auch wenn sie den ganz großen Hits hinterherjagen, so hat auch “A War You Cannot Win“ einige wertvolle Kleinods zu bieten – seien es die härten Nummern oder die soften Liebeslieder: es ist für jeden etwas dabei.

6 von 10 Punkte auf der “won’t-follow-commands“-Skala